Weit
weg vom Krankenhaus
Selbsthilfegruppe Gekko
für herzkranke Kinder feierte ihr Sommerfest
HANN. MÜNDEN.
Ausgelassen und lebensfroh tobten vergangenen
Samstag Kinder über das Gelände des
Weserparks in Gimte. Dort feierte die Göttinger
Elternselbsthilfegruppe Gekko, regionale Kontaktgruppe
des .Herzkind e. V., ihr alljährliches Sommerfest.
Betroffene Familien reisten dafür aus Niedersachsen,
Thüringen und Hessen in die Dreiflüssestadt.
Organisiert wurde die Veranstaltung von Dieter
Bömeke, Mitarbeiter in der pädiatrisch-kardiologischen
Abteilung der Uni-Klinik Göttingen, und seiner
Familie. Trotz trüben Wetters war die Stimmung
bestens, als die DLRG zur Schlauchbootfahrt rief.
Mit einem Motorboot wurden Eltern und Kinder in
Richtung Weserstein gezogen, von dort aus hieß
es dann zurückpaddeln. Die TSG sorgte mit
einer Kinderolympiade dafür, dass es den
Kindern nie langweilig wurde...
Ins Leben gerufen wurde die
Selbsthilfegruppe 1999. Damals lernten sich Beate
Trebing und die Intensivkrankenschwester Astrid
Heddinga auf der Intensivstation kennen. "Wir
haben überlegt, dass es gut wäre, wenn
sich die Eltern untereinander austauschen könnten,"
erklärt Heddinga die Idee. Beate Trebing Mutter eines herzkranken
Kin- des, schlossen sich an. Inzwischen veranstaltet
Gekko Elternseminare und Diskussionsrunden, Elternsprechstunden
sowie Sommerfeste. Außerdem verwaltet Frau Trebing
eine Elternliste, über die sich Eltern eines
herzkranken Kindes mit an deren Betroffenen in
Verbindung setzen können.
Hintergrund der Sommerfeste
ist, so Astrid Heddinga, dass sich die Eltern
auch außerhalb des Krankenhauses in entspannter
Atmosphäre treffen können. So hat sich
zwischen den Familien ein herzliches Verhältnis
entwickelt. Heddinga: "Alle leiden und freuen
sich miteinander, rufen sich an, wenn eine OP
bevorsteht oder wenn sie gut überstanden
wurde." Vor allem sollen durch das jährliche
Fest auch die Geschwisterkinder einbezogen werden.
"Die Geschwister sind immer die Leidtragenden.
Sie sollen merken, dass sie wichtig sind, dass
sie auch zur Familie gehören," erklärt
Heddinga. Solche Erfahrungen machte Heike Bauer
mit Tochter Cosima (4), deren Bruder Vincent (2)
herzkrank ist. "Cosima sagte mir, dass sie
auch krank sein möchte, um den ganzen Tag
bei mir sein zu können," berichtet ihre
Mutter. "Die Gruppe ist zwingend notwendig,
damit sich die Eltern austauschen können
vor allem um zu erfahren, wie andere mit den Geschwisterkindern
umgehen, sich die Zeit einteilen, "bestätigt
Claus Fischer, Vater von Jennifer (4) und der
herzkranken Julia (2)...
Dr. Reiner Buchhorn und Dr.Martin
Hulpke-Wette, Oberärzte der Abteilung Kinderkardiologie,
nahmen das Sommerfest als Gelegenheit, einmal
ohne weißen Kittel aufzutreten. Buchhorn:
"Die Zusammenarbeit mit den Eltern ist sehr
wichtig. Wir brauchen Rückmeldungen von ihnen
und dabei hat uns die Elterngruppe sehr viel geholfen."
Wie sein Kollege, spricht auch Dr. Hulpke-Wette
seine Bewunderung für das Engagement der
Gruppengründer aus: "Neben Kummer und.
Sorge um das eigene Kind haben sie es geschafft,
noch so viel Kraft für andere aufzubringen."
(ZCK) |